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DDOS Attack
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1.1 Übersicht
1.2 Die Hintergründe von DDoS
1.2.1 Der Anfang im IRC (Internet Relay Chat)
1.2.2 Das Flooden
1.2.3 DDoS Heute
1.3 Definition von DoS/DDoS
1.4 Denial of Service Attacken
1.4.1 Mail-Bombing
1.4.2 Broadcast Storms
1.4.3 Smurf
1.4.4 Fraggle
1.4.5 TCP Syn Flooding (Land Attacks)
1.4.6 Large Packet-Attacks (Ping of Death)
1.4.7 Ping Flooding
1.4.8 Ping-AT-Attacks
1.5 Wie funktionieren DDoS Angriffe
1.5.1 Grundprinzip eines Angriffs
1.5.2 Ein DDoS Angriffsszenario in 7 Schritten
1.6 Marktübersicht DDoS-Tools
1.6.1 Trinoo
1.6.2 Trible Flood Network (TFN)
1.6.3 TFN2K
1.6.4 Stacheldraht
1.6.5 Shaft
1.6.6 Mstream
1.7 DDoS in Zahlen und Fakten
1.1 Übersicht
Im Gegensatz zu einer einfachen Denial-of-Service-Attacke werden Distributed
Denial-of-Service-Attacken nicht nur über einen Angriffsrechner gefahren,
sondern gleichzeitig im Verbund mit mehreren Rechnern. Dies hat zur Folge,
dass es für die Betroffenen sehr aufwendig ist, festzustellen von
wo die Angriffe kommen.
Für eine DDoS-Attacke plaziert ein Angreifer einen sogenannten Agenten
auf verschiedenen Rechnern im Internet, vornehmlich auf Rechner, die per
Standleitung und Breitbandanschluss angebunden sind. Diese Plazierung
kann auch schon Monate vor dem eigentlichen Angriffen erfolgen. Wird nun
ein Angriff auf ein bestimmtes Opfer gestartet, erfolgen die Angriffe
über die Rechner, auf denen die Agenten installiert sind, gleichzeitig
und erzeugen in der Gesamtheit ein enormes Angriffsvolumen um das Ziel
für alle anderen Anwendungen unerreichbar zu machen.
1.2 Die Hintergründe von DDoS
Schon seit den Anfängen des Internets existieren sogenannte "
Denial of Service " Attacken, deren Ziel es ist, die Verfügbarkeit
bestimmter Server und deren Dienste drastisch einzuschränken oder
sogar zu verunmöglichen. Mit der Kommerzialisierung- und der damit
zunehmenden Wichtigkeit des Internets begann auch die Anzahl der Attacken
stark zuzunehmen. Dieses Verhalten ist leicht feststellbar, indem man
auf dem Heimcomputer für einige Zeit einen Network Scanner (wie z.B
BlackICE Defender) laufen lässt und das Logfile etwas genauer anschaut.
1.2.1 Der Anfang im IRC (Internet Relay Chat)
Ähnliche Attacken existieren schon seit einigen Jahren und findet
in den IRC Chat-Räumen (IRC = Internet Relay Chat) ihren Anfang.
Hacker versuchen in die PC's einzubrechen und diese dann für die
Attacken gegen Chat-Räume zu benutzen. Das IRC Protokoll ist deswegen
so interessant, weil die erste Person, die den Chat-Raum betritt automatisch
den Moderator-Status der Diskussion erhält. Ein Moderator kann andere
User hinauskicken oder ihnen den Moderator-Staus verleihen. Wie auch immer,
wenn nun der letzte Moderator den Chat-Raum verlässt, werden seine
Privilegien an einen normalen User weitergegeben. So versuchen die Hacker
alle rivalisierten Moderatoren von anderen Hacker Gangs aus dem Chat hinauszukicken,
damit sie den Chat kontrollieren können. Hacker Gangs liefern sich
richtige Kriege im Internet um diese Chat-Räume und ihre rivalisierten
Gangs zu überwachen. In diesen Chat Underground Kriegen benutzen
Hacker automatische Programme "Daemons" genannt (Eng. Kurzform
für Roboter) und versuchen diese auf möglichst vielen Computern
im Internet zu verteilen. Ein Typ von diesen "Daemons" versucht
nun automatisch in den Chat-Räumen eingeloggt zu bleiben, den Moderator-Status
zu erhalten und diesen Status an andere "Daemons" weiterzugeben.
Ein anderer Typ von "Daemons" versucht mittels DoS-Attacken
existierende Moderatoren von anderen Gangs zu stören, mit dem Ziel,
sie aus dem Chat zu schiessen. IRC-Daemons sind seit einigen Jahren erhältlich,
aber wirklich gute DoS-Daemons gibt es erst seit einigen Monaten. In der
Vergangenheit konnte mit einer einzigen DoS-Attacke (z.B Ping-of-Death)
ein Rechner zum Abstürzen gebracht werden, heutzutage sind die meisten
Rechner besser geschützt und die Schwachstellen behoben.
1.2.2 Das Flooden
Die Hacker mussten also zu einer neuen Methode greifen, das "Flooding"
war geboren. Beim "Flooding" werden nicht mehr die Rechner angegriffen,
sondern die Internet Verbindung der Rechner. In dieser Technik werden
eine hohe Anzahl von Pings an einen Rechner gesendet, bis dessen Verbindung
keinen anderen Verkehr mehr verarbeiten kann. Das grösste Problem
dieser Methode ist, dass der Angreifer eine schnellere Internet Verbindung
als das Opfer haben muss. Eine Möglichkeit um dieses Problem beheben
zu können, ist das Hacken von Rechnern mit sehr schnellen Internet
Verbindungen und diese zum Flooden von anderen Gangs zu benutzen. Nun
versuchten die Hacker Gangs die gehackten Rechner zu verbinden und mit
einem "Master" Programm zu steuern. Unbemerkt horchen die "Daemons"
nun auf den gehackten Servern bis sie vom "Master" den Befehl
"go" mit der Ziel IP-Adresse der kontrahierenden Gangs erhalten
und Flooden dann gemeinsam das Ziel. Die Hacker Gangs scannten immer grössere
Gebiete des Internets ab und suchten immer mehr Rechner zum Hacken für
ihre IRC- oder DoS Daemons. Die sogennanten "Verteilten Denial of
Service" (DDoS) Attacken waren erfunden.
1.2.3 DDoS Heute
Nebst dem Cyberwar in den Chat-Räumen werden jetzt auch "grosse"
Internetseiten angegriffen. Ein neuer Trend in Denial-of-Service Angriffen
wird seit Mitte 1999 beobachtet und hat Anfang 2000 (Februar) bei Angriffen
auf Firmen wie Yahoo, eBay, Buy.com, Amazon, E-Trade, CNN und MSN für
internationales Aufsehen gesorgt. Diese Attacken haben der E-Commerce-Branche
definitiv das Fürchten gelehrt.
Die Tatsache, dass bei den Angriffen zum Teil Systeme mit enormen Bandbreiten
(wie z.B Teilnehmer am Internet-2 mit über 100Mbps) beteiligt sein
können und die Kommunikation der an den DDoS-Attacken beteiligten
Rechnern (Agenten und Händler) bereits verschlüsselt verläuft
(z.B CAST Algorithmus, 64Bit), spitzt die Angelegenheit nochmals zu.
Auf der anderen Seite haben die Systemadministratoren viel dazu gelernt,
so ist es viel schwieriger geworden in die grossen Internetserver einzudringen
und die entsprechenden DdoS-Agenten und -Händler zu installieren.
Ausserdem werden in den Routern Filter eingesetzt, damit IP-Spoofing nicht
mehr möglich wird, oder zumindest auf das darunterliegende Netz eingeschränkt
wird.
Mit dem Aufkommen der Breitband-Anschlüsse für die grosse Masse
mittels Kabel Modem und XDSL Anschlüssen steht der Internetgemeinde
ein noch grösseres Problem bevor. Bei den meisten ungeschützen
Computern von Privatanwendern ist es ein leichtes einen Agenten für
eine DDoS-Attacke zu installieren.
1.3 Definition von DoS/DDoS
DoS-Attacken sind Angriffe, welche zum Ziel haben, den betroffenen Host
lahm zu legen. Ein Rechner kann auf verschiedene Arten unerreichbar gemacht
werden. Man bombardiert ihn mit Paketen, die seine Ressourcen völlig
ausschöpfen und ihn sogar zum Absturz bringen können. Die Ressourcen
eines Rechners sind die Prozessorleistung, Arbeitsspeicher oder die Bandbreite
der Netzwerkanbindung. Bei einem solchen Angriff ist der Host so stark
ausgelastet, dass es ihm nicht mehr möglich ist, seinen eigentlichen
Aufgaben nachzugehen.
DDoS-Attacken sind DoS-Attacken, die von mehreren Standorten gleichzeitig
ausgehen. Von DDoS spricht man ab ungefähr 50 beteiligten Angriffsrechner.
1.4 Denial of Service Attacken
1.4.1 Mail-Bombing
Einer der ältesten Denial of Service-Attacks ist das inzwischen
"klassische" Mail-Bombing. Hierzu wird ein Empfänger mit
einer Vielzahl von gleichlautenden eMails regelrecht bombadiert, so dass
das nächste Herunterladen der vorhandenen eMails zur Qual werden
dürfte. Die Ausführung erzeugt aber noch ein anderes Opfer:
Eine Mailbombe besteht im Prinzip aus einer einzigen eMail, die an einen
SMTP-Mailserver zur Ausführung geschickt wird. Diese eMail hat jedoch
die Besonderheit, dass sie die eMail-Adresse des Opfers gleich mehrmals
als BCC-Empfänger enthält. Der ausführende Mailserver hat
bei entsprechend hoher Angabe von BCC-Empfängern ebenfalls entsprechend
genug zu tun, diese eMails zu generieren und zu versenden. Moderne Mailserver
unterbinden diese Art von Mail-Bombing. Da immer das gleiche eMail vesendet
wird, kann man es gut als Angriff identifizieren. Schwer zu erkennen sind
Angriffe, welche die eMail-Inhalte zufällig erzeugen und die Absenderadressen
abwechslungsweise aus einer Liste entnehmen. Der Nachteil für den
Angreifer ist, dass er jedes eMail einzeln versenden muss.
Eine sehr unangenehme Variante des Mail-Bombings ist die Anmeldung eines
Opfers bei Unmengen von Mailinglisten. Das Opfer muss sich nämlich
nach so einer Attacke mühsam aus allen angemeldeten Listen manuell
wieder austragen.
1.4.2 Broadcast Storms
Broadcast Storms gehören ebenfalls schon zur älteren Generation
von Denial of Service-Attacks. Sie richten besonders viel Schaden in lokalen
Netzwerken an, in denen jeder Rechner als Gateway fungiert und die Netzwerktopologie
nur mangelhaft gewartet wird.
An jeden Rechner wird bei einer Broadcast Storm-Attacke eine Flut an IP-Paketen
geschickt, die allesamt an nichtexistierende Ziele adressiert sind. Wird
dieser Datenstrom für mehrere Rechner innerhalb dieses Netzwerkes
aufrechterhalten, ist das gesamte Netzwerk recht schnell stark überlastet,
da die Rechner die falsch adressierten Pakete über die Gateways immer
wieder in andere Subnetze verschieben.
Um die Problematik von Broadcast Storms zu vermeiden, ist eine ausgeklügelte
und sorgfältige Planung des Netzwerks notwendig, um das "Hängenbleiben"
von umherirrenden IP-Paketen von vorneherein zu verhindern bzw. in kürzester
Zeit zu eliminieren. Heutzutage erleben Broadcast Storms leider wieder
eine Renaissance, da immer mehr lokale Netzwerke an das Internet angebunden
werden und dabei immer weniger auf die Sicherheit geachtet wird.
1.4.3 Smurf
Smurf-Attacken gehören zur Gruppe der Broadcast Storms, arbeiten
aber auf eine etwas andere Weise. Bei einem Smurf Angriff sendet der Angreifer
sehr viele ICMP-Pakete (z.B. Ping-Anfragen) an die Broadcast-Adresse eines
Netzwerks, so dass dieses Paket von jedem Rechner innerhalb des Netzwerks
empfangen wird. Der Angreifer tarnt sich jedoch nicht mit seiner eigenen
oder einer nicht-existenten Adresse, sondern mit der Adresse des eigentlichen
Opfers. Die ICMP-Anfragen werden nun um die Anzahl der Rechner im Netzwerk
vervielfacht; das Netzwerk dient quasi als Sprungbrett. Ist das Netz korrekt
konfiguriert, werden die ICMP-Antworten am Router des Netzwerks abgeblockt
und gelangen nicht bis zum Rechner des Opfers. Erlaubt das Netz jedoch
solche ICMP-Broadcasts gegen aussen, werden die multiplizierten ICMP-Antworten
an das Opfer weitergeleitet. Dadurch können Angreifer mit geringer
Leitungskapazität (Modem, BA-ISDN) Opfer mit breitbandigen Anschlüssen
mit ICMP-Paketen überfluten. Die ICMP-Antworten belegen die gesamte
Leitungskapazität und die reguläre Datenkommunikation wird unterbunden.
Sehr häufig brechen auch die Server unter diesem Ansturm zusammen
und müssen vorübergehend vom Netz getrennt werden.
Die Angreifer selbst sind nur sehr schwer zu identifizieren, da sie sich
als das Opfer tarnen (IP-Spoofing). Die einzige sichere Abwehr ist, die
Administratoren der als Sprungbrett dienenden Netzwerke über ihr
Sicherheitsloch zu informieren und zu überzeugen, ihre Netze korrekt
zu konfigurieren, um das Nach-Aussen-Leiten von Broadcastpings (ICMP)
zu unterbinden.
1.4.4 Fraggle
Fraggle ist der Bruder von Smurf. Er funktioniert genau gleich, ausser
dass er UDP-Echo-Pakete anstatt ICMP-Echo-Pakete versendet.
1.4.5 TCP Syn Flooding (Land Attacks)
Diese Attacke nutzt den Handshake-Mechanismus beim Aufbau einer TCP-Verbindung
aus. Bevor eine Verbindung zwischen zwei Rechnern aufgebaut wird, sendet
der Absender ein spezielles TCP-Pakete an den Empfänger, um eine
Verbindung anzukündigen (SYN-Pakete, SYN = Synchronize). Der Empfänger
sendet dann ein Antwort-Paket (SYN/ACK-Paket, ACK = Acknowledgement =
Empfangsbestätigung) zurück an den Absender. Das SYN/ACK-Paket
muss vom Initiant mit einem ACK-Paket bestätigt werden damit der
Verbindungsaufbau komplett ist. Wenn der Absender eine falsche IP-Adresse
benutzt, wird das SYN-ACK-Paket ins Nirgendwo geschickt und das Opfer
sendet nach einem bestimmten Intervall die Quittung erneut, da er vom
Verlust der Daten ausgeht. Nach einer bestimmten Zeit wird der Verbindungsaufbau
abgebrochen. Während dieser Zeit wird Speicherplatz und Rechenleistung
benötigt. Führt nun ein Absender eine TCP Syn Flooding-Attacke
aus, sendet er nicht, wie vom Empfänger erwartet, ein ACK-Paket aus,
sondern bombardiert den Empfänger weiterhin mit SYN-Paketen. Der
Empfänger quittiert alle diese SYN-Pakete. Hier tritt nun der Fehler
bei entsprechend fehlerhaften TCP-Implementierungen auf, die bei einem
weiteren SYN-Paket nicht nur für das gerade empfangene SYN-Paket
ein SYN/ACK-Paket verschickt, sondern auch für alle bisher empfangenen.
Wenn die gefälschte IP-Adresse des Angreifers dazu nicht existiert
, sendet der Router ein ICMP-Unreachable-Paket (Host/Netzwerk unerreichbar)
zurück. Auf diese Weise wird auf dem Empfänger-Netzwerk schnell
ein hoher Datenverkehr erzeugt und das Opfer ist nicht mehr erreichbar.
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Abbildung 1: TCP-Verbindungsaufbau
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1.4.6 Large Packet-Attacks (Ping of Death)
Ein besonders hinterhältiger Veteran der Denial of Service-Attacks
sind die Large Packet-Attacks, auch bekannt unter Ping of Death.
Die Wirkungsweise von Large Packet-Attacks ist zugleich einfach und fatal.
Das IP-Protokoll verpackt alle Daten beim Absender in 64 kB grosse Päckchen.
Diese werden jedoch protokollintern vor der Übertragung in kleinere
Päckchen zerlegt, um sie einfacher übertragen zu können
(fragmentieren). Beim Empfängerrechner werden diese einzelnen Päckchen
wieder zusammengefügt (reassemblieren), allerdings erst, wenn alle
Einzelteile vorliegen. Ist das ankommende Paket am Ende grösser als
64 kB, läuft ein interner Speicherpuffer über und bringt im
ungünstigsten Fall den Rechner zum Absturz.
1.4.7 Ping Flooding
Das Ping Flooding gehört zu den Denial of Service-Attacks, die keine
Sicherheitslöcher ausnutzen. Pings werden benutzt, um die Erreichbarkeit
von anderen Hosts im Netz zu prüfen. Ein angepingter Host quittiert
hierzu einen Ping mit einer Echo-Antwort, einem Pong.
Beim Ping Flooding wird ein Host jedoch mit unzähligen Ping-Anfragen
bombardiert, die der Host alle bearbeitet (falls keine entsprechenden
Mechanismen die Abarbeitung von rasch wiederholenden Ping-Anfragen verhindert)
und entsprechend das eigene System und die Netzverbindung auslastet.
Ping Flooding ist einer der Denial of Service-Attacken, die beim Opfer
teuer werden können. Wird eine Netzverbindung eines Hostes nämlich
nach dem erzeugten Datenaufkommen abgerechnet, können hohe Summen
entstehen.
quelle: http://www.netplanet.org/sicherheit/
1.4.8 Ping-AT-Attacks
Der amerikanische Modemhersteller Hayes hat Ende der Siebzigerjahre eine
einheitliche, zeilenorientierte und öffentliche Befehlssprache für
Modems entwickelt, welche die sogenannten AT-Befehle enthält. Durch
diese Befehle wird es möglich, dass jedes Modem angesprochen werden
kann, in welches diese einheitliche Sprache implementiert wurde. Heute
ist dies praktisch bei allen Modems der Fall, so dass jene Modems von
den Betriebssystemen und der Software einheitlich angesprochen werden
kann. Sobald sich ein Modem im Offline-Modus befindet, kann es über
AT-Befehle angesprochen werden. Findet ein Wechsel in den Online-Modus
statt, kann das Modem nicht mehr mittels der AT-Befehle angesprochen werden,
da es sich im Übertragungsmodus befindet. Dies kann verhindert werden,
indem man dem Modem die Zeichenkette des dreimaligen Drückens des
Escape-Zeichens sendet, welches als "+++" gekennzeichnet wird.
Dabei wird in den Kommandomodus gewechselt. Aus Sicherheitsgründen
muss zwischen diesem Umschaltkommando in den Kommandomodus und den ersten
AT-Befehl mindestens eine Pause von einer Sekunde vorhanden sein. Einige
Modemhersteller verzichten aus patentrechtlichen Gründen auf eine
solche Pause, so dass bei jenen Modellen der Umschaltbefehl in den Kommandomodus
und ein kompletter AT-Befehl direkt hintereinander eingegeben werden können.
Diese Voraussetzung eignet sich für einen gemeinen Angriff. Man schickt
an einen Empfänger über das Internet ein spezielles Ping-Paket,
welches zum Beispiel die Sequenz "+++ATH0" enthält, was
das Umschalten in den Kommandomodus und Beenden der Verbindung bedeutet.
Laut Ping-Protokoll antwortet der Rechner des Empfängers auf die
Ping-Anfrage mit der Spiegelung des Paketes. Kennt das Modem nun die oben
genannte Pause zwischen dem Umschalten und dem darauffolgenden AT-Paket
nicht, wird es den Paketinhalt des Antwort-Pings als abzuarbeitende Sequenz
interpretieren und die Verbindung trennen.
quelle: http://www.computec.ch/mruef/texte/dos.html
1.5 Wie funktionieren DDoS Angriffe
1.5.1 Grundprinzip eines Angriffs
Bevor ein Angreifer einen Distributed Denial of Service Angriff starten
kann, muss ein mehrstufiges Netzwerk aus sogenannten Master- und Daemonsystemen
aufgebaut werden.
(Siehe Abbildung 2).
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Abbildung 2 : DDoS Angriffsszenario
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Zum Verständnis:
Client Eine Applikation die zum Initialisieren einer Attacke (beim Senden
von Befehlen zu anderen Komponenten) gebraucht werden kann
(Vom Attacker gesteuert)
Server Ein Server ist ein Prozess, der Dienste leistet und zur Verfügung
stellt
Daemon Linux / Unix Daemonen sind Prozesse die nicht an einen Benutzer
oder Kontrollterminal gebunden sind. Sie erledigen im stillen Verwaltungsaufgaben
und stellen Dienstleistungen zur Verfügung. (z.B. Koordinieren der
DDoS Pakete, Netzdienste: inetd, sendmail)
Master Ein Host, auf dem ein Client laeuft (Vom Angreifer gesteuert)
Agent Ein Host, auf dem ein Daemon laeuft
Handler Zweiter Client (nur bei Stacheldraht), der Client bei Stacheldraht
übernimmt die Verschlüsselung.
Hinweis: Bei den verschiedenen DDoS-Tools werden die einzelnen beteiligten
Rechner nicht immer gleich bezeichnet.
Der Angreifer kommuniziert über eine Verbindung (z.B Telnet) mit
den verteilten Mastern. An diese sendet er das Angriffskommando. Dieses
Kommando besteht aus den Daten des Opfers (IP-Adresse, Portnummer, Angriffsart).
Dies ist der einzige Verkehr der vom Angreifer aus geht. Danach übernehmen
die Master die weitere Steuerung und Koordination des Angriffs. Jeder
Master steuert eine bestimmte Anzahl an sogennanten Daemons. Damit beim
Entdecken eines Masters durch einen Netzwerk-Sniffers nicht gerade alle
Daemons unbrauchbar werden, teilen die Angreifer die Master in gut durchdachten
Teilgebiete auf. Die Daemons befinden sich wieder auf anderen Systemen
und können sich weit verstreut im Netz befinden. Erst die Daemonsysteme
führen auf Anweisung des Masters den eigentlichen Angriff aus. Dies
kann z.B eine SYN-Flood Attacke sein, bei der der Angreifer ein Paket
zum Aufbau einer TCP-Verbindung (SYS-Pakete) an das Opfersystem sendet.
Dieses reserviert einen Port und sendet ein sog. SYN-ACK Paket zurück.
Da der Angreifer jedoch seine IP-Adresse gespooft hat, bekommt der Absender
keine Bestätigung zurück . Das Opfersystem wiederholt und verwirft
die reservierte Verbindung nach einem eingestellten Zeitraum entgültig.
Unter Windows-NT dauert diese Zeit genau 189 Sekunden.
Wird dieser Verbindungsaufbau nicht nur einmal, sondern parallel sehr
häufig ausgeführt, führt dies dazu, dass der Rechner anderweitig
nicht mehr angesprochen werden kann.
1.5.2 Ein DDoS Angriffsszenario in 7 Schritten
Dieses Kapitel zeigt, wie das Netzwerk und der ganze DDoS Angriff aus
Master- und Daemonsystemen aufgebaut wird. Dieser Aufbau erfolgt im Vorfeld,
also bevor der eigentliche Angriff auf das Opfer erfolgt. Es ist möglich
, dass auf vielen Systemen solche Master oder Daemons "schlummern"
und erst nach einigen Wochen aktiviert werden und einen Angriff durchführen.
Schritt 1: Account hacken
Ein potentieller Angreifer verschafft sich auf einem ans Internet angeschlossene
Rechnersystem einen gestohlenen Account. Meistens handelt es sich dabei
um ein System mit vielen Usern und hoher Bandbreite, um seine Anwesenheit
zu verdecken.
Dieser Account dient als Speicher für Master- und Daemonprogramme
und das Planen der Attacke. Ein Angreifer besitzt meistens mehrere solche
Accounts, damit die Systeme redundant sind.
Schritt 2: Scanning
Im zweiten Schritt erfolgt das Scannen grosser Netzwerke zur Identifizierung
potentieller Ziele. Dazu werden Scanning Tools auf den "gestohlenen"
Accounts benutzt. Mittels Internet Security Scanner werden Schwachstellen
auf Servern gefunden um so an Root-rechte auf den Systemen zu gelangen.
Der Angreifer prüft ausserdem welche Dienste und Ports auf dem System
aktiv sind.
Unter Unix wurden Schwachstellen in den Remote-Procedure-Call (RPC) Diensten
wie cmsd, statd oder amd benutzt.
Schritt 3: Rechner angreifen
Nachdem dem Angreifer bekannt ist, auf welchen Systemen welche Sicherheitslücken
vorliegen, generiert der Angreifer ein Script, welches diese Sicherheitslücken
angreift. Dabei werden z.T bekannte Tools genutzt, die diese Sicherheitslöcher
automatisch ausnützt und vorher auf den gestohlenen Accounts abgelegt
wurden.
Schritt 4: DDoS Netzwerkfestlegung
Im vierten Schritt legt der Angreifer seine späteren Daemon- und
Mastersysteme fest. Auf den "gehackten" Systeme werden weitere
Speicher genutzt, um dort die "pre-compiled binaries" der Daemons
zu lagern.
Schritt 5: Automatische Installation
Im fünften Schritt erzeugt der Angreifer ein Script, welches die
Liste der "in Besitz genommenen" Rechner benutzt und ein weiteres
Script erzeugt, das den Installationsprozess automatisiert als Hintergrundprozess
durchführt. Diese Automatisierung erlaubt den Aufbau eines weit verbreitenden
Denial-of-Service-Netzes ohne Wissen der eigentlichen Besitzer der Systeme.
Auch für diese Installation existieren Tools, die der Angreifer nutzen
kann
Schritt 6: Masterinstallation
Als letztes erfolgt die Installation der Masterprogramme. Dies wird meist
" von Hand " und mit besonderer Sorgfalt durchgeführt,
da die Masterprogramme eine Schlüsselrolle im Netzwerk des Angreifers
besitzen. Optional wird ein "Rootkit" installiert, welches zur
Verdeckung der Anwesenheit der Programme, Dateien und Netzwerkverbindungen
dient. Die Masterprogramme werden bevorzugt auf Primary-Name-Server-Hosts
installiert. Auf solchen Systemen ist meist eine grosse Anzahl an Netzwerkverbindungen
zu finden, da diese für einen extrem grossen Netzwerkverkehr ausgelegt
sind. Dies verdeckt die Aktivitäten bez. den Netzwerkverkehr der
Master sehr gut. Weiterhin werden solche Systeme selbst bei dem Verdacht
auf Denial-of-Service Aktivitäten nicht so schnell aus dem Netz genommen,
da ihre Bedeutung für das eigene Netz zu gross ist.
Schritt 7: Der Angriff
Nun sind die Vorbereitungen für den DDoS-Angriff abgeschlossen und
der Angriff auf das Opfer kann durchgeführt werden.
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DDoS Angriffsszenario in 7 Schritten
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Abbildung 3 : DDoS Angriffsszenario in 7 Schritten
In der Beschreibung des Angriffsszenario wurde der Begriff Angriff nur
im Zusammenhang mit dem Aufbau des Angriffs gebraucht und hat keinen Zusammenhang
mit dem eigentlichen DDoS-Angriff.
1.6 Marktübersicht DDoS-Tools
Es existieren mittlerweile 6 Hauptbasen für Tools, die als Master-
und Daemonsysteme fungieren. Sie unterscheiden sich durch grössere
Änderungen in ihren Angriffsarten, ihrer Kommunikation oder andere
zusätzliche Funktionen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl
weiterer Tools, die nur einige kleine Änderungen erhalten haben und
im wesentlichen einem dieser Basistools entsprechen. Es besteht zudem
die Möglichkeit, dass weitere neuartige Tools existieren, aber bisher
noch nicht gefunden worden sind. Wie viele Systeme es im Internet gibt
und wie viele schon verwendet wurden, lässt sich nur vermuten. In
den folgenden Kapitel werden die wirkungsvollsten Tools beschrieben.
1.6.1 Trinoo
Der Angriff mit Trinoo erfolgt durch eine UDP-Flood-Attacke. Die Kommunikation
zwischen Angreifer und Master erfolgt über eine TCP-Verbindung mit
hoher Portnummer. Zwischen Master und Daemon, in beiden Richtungen, wird
über eine UDP-Verbindung kommuniziert. Die Portnummern können
leicht verändert werden und sind deshalb nicht immer gleich. Master
und Daemon sind über ein Passwort geschützt und verhindern so
die Übernahme durch andere. Das Passwort wird in Klartext übertragen
und es besteht die Möglichkeit, ein Paket mit dem Passwort abzuhören.
Dieser Nachteil wird bei anderen Tools durch verschlüsselte Passwortübertragung
abgeschafft.
1.6.2 Trible Flood Network (TFN)
Mit TFN sind UDP-Flood-, TCP-SYN-Flood-, ICMP-Echo-Request- und ICMP-Broadcast-Storm-Attacken
(smurf) möglich. TFN verfügt auch über die Möglichkeit,
die IP-Adresse zu fälschen (IP-Spoofing). Die Kommunikation zwischen
Angreifer und Master kann über verschiedene Remote-Shells erfolgen
(TCP-, UDP-, oder ICMP-basierte Client/Server Shells). Zwischen Master
und Daemon erfolgt die Kommunikation nur über ICMP-Echo-Reply-Pakete.
Für den Master ist kein Passwort nötig, es braucht nur die Liste
der Daemons.
1.6.3 TFN2K
TFN2K ist eine Erweiterung des TFN. Es wählt die Verbindungsart
automatisch aus und verschlüsselt sie mit einem CAST-256 Algorithmus.
Die Befehle werden hier nicht stringbasiert, sondern in der Form "+<id>+<data>"
übertragen. Id ist der Befehl und ein Byte lang. Data sind die zugehörigen
Parameter.
quelle: http://packetstorm.securify.com/distributed/TFN2k_Analysis-1.3.txt
1.6.4 Stacheldraht
Stacheldraht besitzt die gleichen Angriffsmöglichkeiten wie TFN.
Neu ist die verschlüsselte Kommunikationsverbindung. Somit ist ein
Session hijacking (Übernahme einer Verbindung) nicht mehr möglich.
Die Verbindung zwischen Angreifer und Master erfolgt über eine Telnet
ähnliche Verbindung, welche durch einen Passwortsatz gesichert und
verschlüsselt ist. Die Kommunikation zwischen Master und Daemon ist
mittels Blowfish (symmetrischer Verschlüsselungsalgorithmus) verschlüsselt.
Der Master kommuniziert mit dem Daemon über eine TCP-Verbindung,
im Gegensatz sendet der Daemon seine Nachrichten als ICMP-Echo-Reply-Pakete.
Zusätzlich können die Daemons automatisch aktualisiert werden.
Stacheldraht läuft nur auf Solaris und Linux, hat aber eine weitere
Finesse eingebaut: Über einen Befehl kann der Master auf allen bereits
infizierten Rechnern eine neue Version des Clients installieren. Neuen
Funktionen und Tarnmöglichkeiten sind so praktisch keine Grenzen
mehr gesetzt.
quelle: http://www.etdv.ruhr-uni-bochum.de/dv/lehre/seminar/
1.6.5 Shaft
Die Kommunikation ist bei Shaft gleich wie bei Trinoo. Angreifer zu Master
Kommunikation über TCP und Master zu Daemon Kommunikation und umgekehrt
über UDP. Der Angreifer kontaktiert den Master über einen Telnetclient
und loggt sich mit einem Passwort ein. Die Daten werden somit im Klartext
übertragen. Shaft kann UDP-, TCP- und ICMP-Attacken einzeln oder
in Kombination durchführen.
Quelle: http://www.royans.net/insync/ddos/bugtraq_ddos3.shtml
1.6.6 Mstream
Die Kommunikation zwischen Master und Daemon erfolgt über UDP. Der
Angreifer meldet sich über TCP beim Master. Die Daten zwischen den
einzelnen Komponenten werden nicht verschlüsselt. Mstream verfügt
über TCP-SYN-Attacken, welche die Angriff-Ports jedesmal zufällig
auswählt.
Quelle: http://packetstorm.securify.com/advisories/iss/iss.00-05-02.mstream
1.7 DDoS in Zahlen und Fakten
Jahr Name Besonderheit
Herbst 1996 SYN-Flooding SYN-Flooding: TCP-Verbindungen, "Three-Way-Handshake"
, SYN-Paket, Handshake, eine falsche Absenderadresse; Der Trick beim SYN-Flooding
besteht darin, diese Zeit bis zum Abbruch (Timeout) damit zu nutzen, das
Opfer mit SYN-Paketen zu fluten
Oktober 1997 SMURF Ping auf Broadcastadresse mit IP-Spoofing; Das Problem
war unter dem Namen ICMP Storm schon länger bekannt, seit Oktober
1997 gab es dann aber das einfach zu bedienende Tool SMURF
Anfang 1997 Ping of Death Der Ping of Death war die erste Attacke, mit
der man ein Opfer mit einem einzigen Schuß erledigen konnte: "Ping
-l 65510 astalavista.com". Funktioniert heute nicht mehr
7.Mai.1997 OOB-Angriff (Out of Band) OOB-Angriff: NetBios Port 139; Das
erste OOB-Tool war WinNuke und erblickte am 7.Mai.1997 die Welt. Durch
das IRC fand WinNuke sehr schnell Verbreitung. Selbst Anfang 1998 konnte
man noch DAU's abschießen, jedoch haben die OOB-Attacken zunehmend
Ihre Bedeutung verloren, da Win98 gegen solche Angriffe gefeilt ist.
Ende 1997 Land Land: SYN DoS-Attacke Eine Besonderheit von Land ware jedoch,
daß die weit verbreiteten und oft an zentralen Knotenpunken der
Netze installierten CISCO-Router von dem Tool betroffen waren
1988 Morris-Wurm Die erste bedeutende Denial-of-Service-Attacke war der
Morris-Wurm. Schätzungen zufolge waren etwa 5.000 Rechner für
einige Stunden betriebsunfähig. Zu jener Zeit (1988) war es eine
Katastrophe für akademische- und Forschungseinrichtungen, hatte aber
nur wenig Auswirkung auf den Rest der Welt. Heutzutage könnte eine
vergleichbare DoS- Attacke Verluste in Millionenhöhe nach sich ziehen.
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