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Eine Einführung in Linux für IRC Administratoren

IRC Linux Administration

Eine Einführung in Linux für IRC Administratoren

… natürlich auch für Linux-Einsteiger, die nichts mit Internet Relay Chat am Hut haben.

Linux ist ein geniales, einfaches Betriebssystem, das aufgrund seiner Open-Source-Natur und der damit verbundenen Flexibilität von vielen Benutzern geschätzt wird. Wenn Du IRC-Server betreibst, wirst Du Dich zwangsläufig mit dem Betriebssystem sowie der Architektur auseinandersetzen müssen.

Dieser Artikel wird ständig erweitert, da wir hier eine komplette Administrationsanleitung niederschreiben möchten. Von der Nutzerverwaltung, bis hin zum Kernelschutz.



Um IRCServices, Eggdrops, oder einen IRCD zu installieren, musst Du hauptsächlich nur die Readme-Datei lesen können. Vermutlich nutzt Du dabei 7-10 Befehle und musst diese nicht wirklich verstehen.

Dennoch wird es viele Momente geben, an denen Du Systeme fixen musst und dann ist es wichtig, Linux zu verstehen und administrieren zu können. Ich versuche mich an die Eckpunkte zu halten und mich nur auf wichtige Inhalte zu konzentrieren, da es sonst ein Buch anstatt eines Artikels wird.

Es ist noch nicht so lange her, da wurde Linux nur von wenigen Benutzern bewusst als Betriebssystem gewählt.
Mittlerweile nutzt fast jeder Linux oder den Kernel in irgendwiner Form. Sei es im Smart-TV oder über Android/Smartphone.

Das Schöne an Linux ist, dass es nicht nur kostenlos ist, sondern auch sehr sicher und stabil. Es gibt Hunderte von verschiedenen Linux-Distributionen, von denen jede ihre eigenen Vor- und Nachteile hat. Einige der beliebtesten Distributionen sind Ubuntu, Fedora, Debian und Arch Linux.

Wenn Du Dich noch nicht für eine Distribution entschieden hast, dann empfehlen wir Dir eine Distribution zu wählen, die auf Debian basiert, da viele Tutorials darauf basieren.

Debian ist sehr stabil, wenn auch nicht immer die aktuellsten Pakete bereitgestellt werden.
IRCD, Eggdrops, IRC-Services wirst Du in der Regel über aktuelle Downloads installieren, daher benötigen wir ein stabiles und sicheres System. Debian ist meine erste Wahl, wenn es um Serveradministration geht.
Für meinen Desktop nutze ich Fedora, da ich möglichst aktuelle Software und Pakete wünsche, auf meinem Laptop nutze ich CentOS.

Linux eignet sich also perfekt für viele verschiedene Anwendungen, von Servern bis hin zu Desktop-Computern. Es bietet eine Vielzahl von Tools und Anwendungen, die speziell für die Bedürfnisse von Entwicklern und IT-Profis entwickelt wurden. Aber auch für normale Benutzer bietet Linux viele Vorteile, wie z.B. die Möglichkeit, die grafische Benutzeroberfläche an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und zu personalisieren.

Wenn Du Server administrierst, wirst Du jedoch hauptsächlich mit dem Terminal arbeiten und bist auf Terminal Befehle angewiesen.

Ein weiterer großer Vorteil von Linux ist, dass es keine lästigen Lizenzgebühren gibt, wie es bei anderen Betriebssystemen oft der Fall ist. Das bedeutet, dass es für viele Nutzer eine kostengünstige Option darstellt.

Ein kommerzieller Buchtipp von mir:
Linux-Server: Das umfassende Handbuch. Inkl. CentOS, Debian GNU/Linux, openSUSE Leap, Ubuntu Server LTS und mehr – Ausgabe 2023



Was ist Linux eigentlich?

Oft wird eine Linux-Distribution gerne als „Linux“ benutzt. Daher verwenden viele Nutzer diesen Begriff nicht ganz korrekt. Wir haben Debian erwähnt

Es ist wichtig zu verstehen, dass zum Beispiel „Debian“ und das „Linux“ nicht dasselbe ist, sondern dass Debian eine Linux-Distribution ist. Linux ist ein Betriebssystemkern/Betriebssystemkernel, der 1991 von Linus Torvalds und vielen anderen Entwicklern erstellt wurde und der als Basis für verschiedene Betriebssysteme, einschließlich Debian, verwendet wird.

Kurz gefasst: Debian/Fedora/CentOS usw. sind Linux-Distributionen, die auf den Linux-Kernel basieren und eine umfangreiche Sammlung von Open-Source-Software bietet. Linux hingegen ist ein Betriebssystemkern, der als Basis für verschiedene Betriebssysteme verwendet wird, darunter auch Debian.

Linux wird von einer globalen Community gepflegt und veröffentlicht.

Linux Distributionen vs. Linux Kernel:

Wir haben hier schon die Begriffe „Betriebsystemkernel (Linux-Kernel) und Linux-Distributionen genutzt.
Anders als bei MacOS oder Windows gibt es nicht nur eine Distribution, sonderen eine Vielfalt an Linux-Distributionen, die sich alle anders Verhalten bzw. zusammengestellt sind und vermutlich den selben Linux-Kernel nutzen.

Linux-Kernel: Der starke Kern einer jeden Linux-Distribution

Die Kurzversion:
Der Linux-Kernel ist das Kernstück des Linux-Betriebssystems und fungiert als Vermittler zwischen der Hardware eines Computers und den darauf ausgeführten Anwendungen.
Ohne den Linux-Kernel geht und lebt nichts.

Der Linux-Kernel basiert nicht auf einem anderen Kernel. Er wurde von Linus Torvalds 1991 von Grund auf neu entwickelt und ist ein eigenständiger und quelloffener Kernel. Der Linux-Kernel wurde so konzipiert, dass er Unix-ähnliche Funktionalitäten bietet, aber er wurde von Grund auf neu geschrieben und ist nicht von einem anderen Betriebssystem abgeleitet.

Die aktuelle Version 6.6.1 vom 8. November 2023.

Ein kleiner Hinweis zur Kernelgeschichte:
Der Unix-Kernel ist eine frühere Erungenschaft.
Der Unix-Kernel ist das zentrale Betriebssystem-Kernstück des Unix-Betriebssystems, das in den späten 1960er Jahren entwickelt wurde und für viele moderne Betriebssysteme als Vorbild dient.

Aber wieder zurück zu den Linux-Distributionen:


Warum gibt es unterschiedliche Linux-Distributionen ?

Linux ist ein Quelloffenes Betriebssystem und kann daher von allen Menschen entsprechend angepasst und erweitert werden.

Ansprüche und Anwendungsfälle

Jeder Nutzer hat andere Ansprüche an ein OS (Operation-System/Betriebssystem) und somit auch andere Anwendungsfälle.

Linux wird in verschiedenen Umgebungen eingesetzt, von Desktop-Computern über Server bis hin zu eingebetteten Systemen und Supercomputern. Jeder Anwendungsfall erfordert möglicherweise spezielle Anpassungen und Konfigurationen.

Ein Server soll stabil laufen und auch die Updates sollen keine Überraschungen oder Gefahren darstellen.
Ein Desktop-System soll ggf. eine größere Option an Software bieten und möglichst aktuelle Pakete bieten, vielleicht auch den Fokus auf Gaming setzen.

Entwicklung innerhalb der Community

Verschiedene Gruppen von Entwicklern und Endnutzern haben sich um bestimmte Distributionen gebildet. Diese Gruppen arbeiten an der Entwicklung, Pflege und Unterstützung ihrer Distributionen und bringen ihre eigenen Vorstellungen und Ziele ein.
Oft als Hobby ohne Endgelte zu erhalten, aber es gibt auch kommerzielle Anbieter, die eigene Entwickler beschäftigen. Aber auch auch Kombinationen.

Linux-Lizenzbedingungen

Linux ist doch kostenlos und frei verwendbar, warum soll man sich um Lizenzen kümmern.
Unterschiedliche Distributionen haben unterschiedliche Ansichten zur Lizenzierung von Software. Einige Distributionen legen Wert auf freie und quelloffene Software, während andere auch proprietäre Software unterstützen.

Management-Tools und Paketverwaltung:

Im Laufe der Zeit wirst Du viele Pakete installeiren und administrieren.
Unter Linux gibt es unterschiedliche Paketverwaltungen.
Einige setzen auf RPM-Pakete (wie Red Hat-basierte Distributionen), während andere auf DEB-Pakete (wie Debian-basierte Distributionen) setzen. Diese Unterschiede können die Verwaltung und Aktualisierung des Systems beeinflussen.
In der Regel wirst Du immer die passenden Pakete finden und es gibt aktuell noch andere Möglichkeiten Deine Wunschsoftware zu finden und zu installieren. Wir gehen später darauf ein.

Welche Betriebssysteme nutzen ebenfalls einen Linux-Kernel aber stellen keine Linux-Distribution dar?

Es gibt zahlreiche Betriebssysteme, die ebenfalls den Linux-Kernel als Herzstück nutzen, allerdings
wenig mit bekannten Linux-Distributionen zutun haben:
Google verwendet mit Android und ChromeOS den Linux-Kernel.
IOT-Geräte ( IOT= Internet of Things, also Toaster, Kühlschränke usw) verwenden ebenfalls den Linux-Kernel als Basis für Ihr Betriebssystem.

Supercomputer und Clusterverwaltungs-Einheiten verwenden diesen ebenfalls.
In allter Munde ist derzeit OpenAi: Auch Openai nutzt Linux für seine Infrastruktur und Dienste!
Linux bietet eine stabile und leistungsfähige Plattform für viele Arten von Anwendungen, einschließlich KI- und maschinelles Lernen, auf denen OpenAI letztendlich basiert.

Was ist mit MacOS und Windows? Nutzen diese ebenfalls den Linux-Kernel?

Wer bei MacOS oder Windows das Terminal nutzt und vielleicht noch die alten DOS-Tage kennt, könnte schnell meinen, dass auch diese Betriebssysteme vielleicht den Linux-Kernel nutzen könnten.
Aber nein, dem ist nicht so :

Weder macOS noch Windows basieren auf dem Linux-Kernel. macOS, das Betriebssystem von Apple, basiert auf dem Darwin-Kernel, der wiederum auf dem XNU-Kernel (X is Not Unix) aufbaut. Dieser Kernel ist ein Hybrid-Kernel, der einige Eigenschaften von Unix und andere von Mikrokerneln enthält.

Windows hingegen basiert auf dem Windows NT-Kernel, der von Microsoft entwickelt wurde. Dieser Kernel ist eine eigenständige Entwicklung und hat keine Verbindung zum Linux-Kernel. Windows und Linux sind daher zwei völlig verschiedene Betriebssysteme mit unterschiedlichen Kernels und Architekturen.


Wir starten auch sofort mit den wichtigsten Bestandteilen eines Betriebssystems:
Die Benutzerstruktur!

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